Auch wenn Kirchturmuhren längst nicht mehr den Takt der Zeit vorgeben, bringen sie doch ein Stück Tradition und Geschichte zurück in den Alltag.
Die Turmuhr unserer St.-Thomas-Kirche stand jahrzehntelang still. 2022 nahm sich eine der ältesten noch bestehenden Turmuhrenfabriken Deutschlands, die Bernhard Zachariä GmbH in Leipzig, ihrer Restaurierung an – mit Erfolg: Die Uhr läuft wieder. Die einzige Neuerung dabei: Statt des früheren Handaufzugs wird sie nun elektrisch angetrieben. Zum Wiedereinbau gehören zudem neue Ziffernblätter und Zeiger, die nach historischem Vorbild gefertigt wurden.
Aufzeichnungen belegen, dass das schmiedeeiserne Uhrwerk aus dem 18. Jahrhundert stammt. Das Stundenschlagwerk ist bis auf das Aufzugsgetriebe im Originalzustand. Das Gehwerk hingegen wurde um 1886 von Hof-Uhrmacher Friedrich Dreyer (Rehna/Schwerin) modernisiert. Dabei erhielt es – unter Erhalt des Walzenrades – ein neues Räderwerk sowie eine Denison-Schwerkrafthemmung. Bereits 2007 stufte ein Glockensachverständiger es als besonders wertvoll ein und empfahl eine Restaurierung. Jetzt schlägt die Uhr wieder zur vollen Stunde – und verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf ganz besondere Weise.
Ein aufrichtiger und herzlicher Dank geht an die Monteure René Sieber und Tom Träger von der Bernhard Zachariä GmbH sowie an alle Spender und Helfer für ihre wertvolle Unterstützung.










